Ankunft in Buenos Aires: Tipps & Orientierung

Geschafft! Nach vielen Stunden über Land und Meer und wieder Land bist Du durch die Zollkontrolle, hast den Einreisestempel im Pass und Dein Argentinien Abenteuer kann beginnen. Hier ein paar Tipps für eine erste Orientierung in Buenos Aires.

 

Flugzeug über dem Fluss in Buenos Aires
Im Landeanflug auf Buenos Aires

Visum, Geld wechseln, Transport ins Zentrum

In Buenos Aires gibt es zwei Flughäfen: Der etwas außerhalb der Stadt gelegene internationale Flughafen Ezeiza (EZE) und der am nördlichen Flussufer gelegene Aeroparque Jorge Newberry (AEP). Wer von Deutschland kommt, landet in der Regel am Flughafen Ezeiza.

Europäer bekommen bei der Einreise automatisch ein Touristenvisum, das 90 Tage gültig ist.

 

Am Flughafen gibt es Bankautomaten und Wechselstuben. Die Wechselstuben haben allerdings einen schlechteren Kurs als die in der Stadt. An den Automaten können meist nur 2000 Pesos pro Tag abgehoben werden. Am einfachsten ist es, möglichst viel Bargeld (Euro oder US Dollar) mitzunehmen und vor Ort zu tauschen.

 

Es ist nicht schwer, sich schon am Flughafen in die Stadt zu verlieben, da die Menschen sehr offen und freundlich sind und im Hintergrund den Tango Musik läuft - ein sympathischer Willkommensgruß. Bei der Ausreise stimmt mich diese Musik immer melancholisch, sodass ich mir zwei Mal überlege, ob ich wirklich wieder gehen soll. 

 

Um vom Flughafen ins Zentrum zu kommen, hast Du verschiedene Möglichkeiten:

  • Shuttle Service
  • reguläres Taxi
  • Minibusse

 

In der Ankunftshalle gibt es zahlreiche Shuttle Services und private Taxis mit fixen Preisen. Im Außenbereich warten reguläre Taxis. Es kann passieren, dass die Taxifahrer kleine Umwege fahren, wenn sie merken, dass man sich nicht auskennt und kein Spanisch spricht. Ein Taxi kostet je nachdem, wo man in Buenos Aires unterkommt, umgerechnet zwischen 30 und 50 Euro. Ins Viertel San Telmo dauert die Fahrt ca. eine halbe Stunde wenn es keinen Stau gibt.

 

Eine weitaus günstigere Möglichkeit in die Stadt zu kommen, sind die Minibusse Aerobus, Tienda Leon und Arbus im Außenbereich des Flughafens. Aerobus fährt im Halbstundentakt ins Zentrum und zurück zum Flughafen. Tienda Leon hat eine Haltestelle im Hafenviertel Puerto Madero und ArBus fährt verschiedene Viertel an: Retiro, Palermo, Belgrano und Saavedra. Die Tickets können auch online gekauft werden.

UPDATE 14.2.18: Die staatliche Firme Arbus existiert nicht mehr. Für etwas mehr Geld hast Du nun nur noch die Wahl zwischen Tienda Leon und Aerobus.

 

Trotz verlockend niedrigen Preises rate ich davon ab, den Bus Nummer 8 ins Zentrum (mit knapp sieben Pesos die günstigste Variante) zu nehmen. Die Fahrt kann gerne mal drei Stunden dauern und der Bus fährt durch Viertel, die nicht zu den sichersten zählen – vor allem dann nicht, wenn man als Europäer mit Gepäck unterwegs ist.

Tarjeta SUBE

Sube Karte für öffentlichen Nahverkehr in Buenos Aires

 

Die Sube Karte ist eine aufladbare Karte für den öffentlichen Nahverkehr in Buenos Aires. Man bekommt sie auf jedem Postamt und an manchen Kiosken. Sie kostet rund 40 Pesos. Aufladen kann man sie an jeder U-Bahn Station und an Kiosken mit dem Schild „cargar sube“.

Die Stadtbusse und U-Bahnen können nur mit Sube bezahlt werden. Die Karte gilt auch für den Zug, wie zum Beispiel für die Fahrt nach Tigre. Sie ist übertragbar. Wenn Du in einer Gruppe reist, muss also nicht jeder eine eigene Sube Karte kaufen. Die Sube Karte ist heute übrigens blau nicht lila wie meine auf dem Foto.

Öffentliche Verkehrsmittel in Buenos Aires

Buenos Aires hat ein gut ausgebautes Verkehrsnetz, mit Bus oder U-Bahn kommst Du überall gut hin. Um sich im anfänglich etwas chaotischen Bus-Dschungel der Stadt zurecht zu finden, empfehle ich die Webseite Cómo Llego (auch als App verfügbar). Dort gibt man Start- und Zieladresse ein und es werden alle infrage kommenden Bus- und U-Bahn Linien und die ungefähre Dauer der Fahrt aufgelistet.

 

Subte (U-Bahn)

 

Es gibt sechs U-Bahnlinien, die viele Stadtviertel miteinander verbinden (Linie: A, B, C, D, E und H). Die U-Bahn wird hier „subte“ genannt und ist meist der schnellste und einfachste Weg, um von A nach B zu kommen. Nachts, ab ca. 23.30 Uhr, sind alle Linien geschlossen.

 

Colectivo (Bus)

Wenn es keine passende U-Bahn Linie in der Nähe gibt, findest Du unter den rund 400 Buslinien sicher den passenden Bus („colectivo“), der Dich ans Ziel bringt. Die Busse fahren rund um die Uhr, wobei es nachts oder am Wochenende gerne mal zu längeren Wartezeiten kommen kann. Ein wichtiger Unterschied zu Deutschland ist, dass es keinen Busfahrplan gibt. Der Klassiker: Man wartet 20 Minuten auf einen Bus und dann kommen fünf Busse derselben Linie hintereinander angefahren.

Mit Handzeichen hältst Du den Bus an – sonst rauscht er an Dir vorbei. Die Preise variieren je nach Distanz. Deswegen ist es am besten, man sagt dem Busfahrer beim Einsteigen die Straßenecke, an der man aussteigen möchte. Wer sich noch nicht auskennt in der Stadt sollte aufmerksam aus dem Fenster schauen und die Straßennamen verfolgen, denn Haltestellen werden nicht angekündigt. Zum Anhalten einfach den Stopp-Knopf drücken.

Übrigens sind auch die Haltestellen nicht immer so deutlich gekennzeichnet, wie man das aus Deutschland kennt. Es gibt zwar viele überdachte Haltestellen, an denen alle Buslinien, die dort halten, auf Schildern aufgelistet sind. Oftmals ist die Busnummer aber auch an einer Hauswand oder einem Baum angebracht. Oder Du findest die Nummer an einer Straßenlaterne. Manchmal gibt es gar keinen Hinweis auf eine Haltestelle, der Bus hält aber trotzdem. In diesem Fall muss man also wissen, dass sich genau dort die Haltestelle befindet.

Ein sicheres Zeichen für eine Bushaltestelle kann auch eine lange Menschenschlange am Straßenrand sei. Hier gilt, wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Man muss sich geduldig hinten in der Schlange anstellen, vorgedrängelt wird hier nicht. Einzige Ausnahme sind ältere Menschen, Schwangere und Eltern mit kleinen Kindern. Diese dürfe zuerst in den Bus einsteigen und man sollte ihnen auch immer einen Sitzplatz anbieten, wenn man nicht gleich als Tourist auffallen möchte. 

Irgendwo in einer Schlange stehen und warten - so fühlt sich Buenos Aires an. Schlange stehen wird oft - auch von den porteños selbst - als Volkssport bezeichnet. 

Taxi, Fahrrad, Fernbusse

schwarz gelbes Taxi in Buenos Aires

Die Taxis sind schwarz gelb in Buenos Aires und sind relativ günstig. Während einer Taxifahrt erfährt man von den generell redefreudigen Fahrern gerne mal ihre persönliche Lebens- und Leidensgeschichte, wer beim letzten Fußballspiel wann wen wie gefoult hat oder man wird in eine Diskussion über das aktuelle politische Geschehen verstrickt. Dabei geht es, wie generell in Buenos Aires, sehr informell zu: Man duzt sich und spricht mit dem Taxifahrer wie mit einem alten Bekannten. Trinkgeld wird in Taxis in der Regel nicht gegeben.

 

Zunehmend werden die Straßen der Stadt auch von Radfahrern eingenommen. Es wurde in den letzten Jahren ein Netz von über 150 Kilometer Radwegen gebaut. Eine ökologische und angenehme Art des Sich-Fortbewegens. Es gibt verschiedene Agenturen, die einen Fahrradverleih haben und auch geführte Radtouren anbieten. Man kann sich außerdem im Internet bei Ecobici registrieren und den kostenfreien Fahrradverleih in der ganzen Stadt nutzen.

 

Die meisten Fernbusse fahren am Busbahnhof Retiro ab. Du kannst die Tickets dort, bei Plataforma 10 online oder bei diversen Agenturen in der Stadt kaufen. Einige Agenturen verlangen etwas mehr, die selben Preise wie in Retiro gibt es z.B. im Zentrum bei Del Plata Viajes.

Geld

Zahlungsmittel ist der argentinische Peso. Euro und US-Dollar können im ganzen Land gewechselt werden. Im Zentrum von Buenos Aires gibt es viele offizielle Wechselstuben (z.B. in der Straße San Martín zwischen der Plaza de Mayo und Corrientes). In der Fußgängerzone, der Straße Florida, kann bei sogenannten "arbolitos" inoffiziell auf der Straße oder in kleinen Geschäften getauscht werden. Was bis vor einem Jahr noch gang und gäbe war, lohnt sich heute nicht unbedingt, da der offizielle Kurs an den inoffiziellen Dollar Blue angepasst wurde. Wer auf der Straße tauscht, geht außerdem ein größeres Risiko ein, Falschgeld zu bekommen. 

 

In Argentinien gibt es 2, 10, 20, 50, 100 und seit Juli 2016 auch 500 Peso-Scheine. Echtes Geld erkennst Du am Wasserzeichen, am Silberstreifen und an Reliefs. Beim 500 Peso Schein kannst Du das Relief am Pfotenabdruck des Jaguars erfühlen, beim neueren 100 Peso Schein an Evitas Haar und beim älteren 100 Peso Schein an der Schulter Rocas.

 

Hier erfährst Du, wie Du in Buenos Aires am besten Geld wechselst.

Argentinien - KEIN Billigreiseland!

Kaum einer meiner argentinischen Freunde, der im Tourismusbereich arbeitet, kennt nicht das deutsche Wort günstig. Ich werde oft damit aufgezogen, dass wir Deutschen immer und überall versuchen, den Preis zu drücken und uns beschweren, wenn wir etwas nicht als günstig empfinden.

 

Viele Touristen kommen nach Argentinien in der Hoffnung, möglichst viel zu sehen und möglichst nichts dafür zu bezahlen. Den Spruch "in Asien ist es aber viel günstiger" habe ich immer wieder gehört. Nein, Argentinien ist nicht Asien! In den letzten Jahren haben die Preise spürbar angezogen. Trotzdem ist Argentinien für den Europäer kein übermäßig teures Reiseland. Nur eben auch kein billiges.

Teuer sind zum Beispiel elektronische Geräte, Möbel oder Kleidung. Jeans, Outdoorkleidung, Campingausrüstung und Smartphone deswegen am besten von zuhause mitbringen und nicht vor Ort kaufen.

 

Am kostengünstigsten reist man im Nordwesten, für die touristischen Hotspots in Patagonien muss man ein bisschen tiefer in die Tasche greifen - es lohnt sich aber auf jeden Fall!

Billigairlines in Argentinien?

In Argentinien gibt es auch (noch) keine Billigairlines, sodass es ratsam ist, sich vor der Reise über nationale Flug- und Fernbuspreise zu informieren, um die Ausgaben besser kontrollieren zu können. Gerade bei Flügen oder beliebten Ausflugszielen (z.B. Eintritte für Nationalparks) sind die Preise für Touristen etwas teurer als für Einheimische.

 

Update Februar 2018: Die Billigairline "Flying Bondi" (Fliegender Bus) soll ab diesem Jahr günstige Flüge innerhalb Argentiniens anbieten. Diese starten vom Flughafen El Palomar in der Provinz Buenos Aires, ca. 30 Kilometer vom Zentrum entfernt. Der Jungfernflug vor ein paar Wochen musste nach 20 Minuten wegen eines Motorschadens abgebrochen werden. Ob das eine gute Alternative zu den von Aerolineas Argentinas und LAN angebotenen Flügen ist, muss jeder für sich selbst entscheiden :). Ich jedenfalls werde die Entwicklung erst einmal beobachten und gerne 50 Euro mehr zahlen.

 

Blickt man aber über den "günstig-Tellerrand" hinaus und informiert sich über wirtschaftliche und politische Verhältnisse und Verflechtungen, so wird man verstehen, warum manche Dinge etwas teurer sind. Wer trotzdem weiterhin auf der Suche nach günstig ist, sollte sich vielleicht überlegen, lieber nach Bolivien, Peru, Ecuador oder Kolumbien zu reisen.

Straßenschild an einer Autobahnbrücke in Buenos Aires
"Danke, dass Sie die Stadt aller Argentinier besucht haben."

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