Sicherheit in Argentinien

In letzter Zeit habe ich einige Mails bekommen, in denen ich zur aktuellen Lage und Sicherheit in Buenos Aires befragt wurde. Argentinien ist im Vergleich zu anderen lateinamerikanischen Ländern relativ sicher und kann auch gut allein bereist werden. Auch Buenos Aires ist sicherer als andere Städte in Lateinamerika. Aber wie in jeder Großstadt gibt es Orte, wo man besser nicht hingehen sollte oder wo besondere Vorsicht geboten ist.

Trickdiebstähle

In belebten Straßen und öffentlichen Verkehrsmitteln (vor allem zur Rush Hour) kann es zu Trickdiebstählen kommen.

Manche Dinge kann man nicht vermeiden, viele hingegen schon – wenn man die Tricks kennt und sich an ein paar grundsätzliche Sicherheitsvorschriften hält:

 

 

-        Immer wachsam sein und auf seine persönlichen Gegenstände Acht geben, auch in als sicher geltenden Stadtvierteln.

 

 

-        Keine Wertgegenstände offen tragen. Touristen erkennt man u.a. am Wedeln mit Stadtplänen und einer teuren DSRL Kamera um den Hals, die danach schreit, geklaut zu werden.

 

 

-        Keine großen Mengen an Bargeld mit sich führen.

 

 

-        Pass und andere Dokumente im Hotelsafe lassen und nur Kopien mitnehmen.

 

 

-        Das Verhalten, den Kleidungsstil usw. der Einheimischen beobachten und nachmachen.

 

 

-        Bei einem Raubüberfall keinen Widerstand leisten.

 

 

-        In Restaurants, Straßencafés usw. keine Handys oder Geldbeutel offen auf dem Tisch liegen lassen.

      Ein häufiger Trick: Du sitzt im Café und jemand fragt dich nach der Uhrzeit. Ehe du dich versiehst, ist dein Rucksack, dein I-Phone etc. weg. Oder: Jemand bewirft dich im Vorübergehen mit Senf, Eiern o.Ä., ein anderer bietet dir Hilfe an und während er sauber macht, klaut ein dritter deine Tasche.

 

Stadtviertel

Viertel, Plätze und Orte, an denen besondere Vorsicht geboten ist:

 

 

-        Zug- und Busbahnhof Retiro: Von hier starten i.d.R. die Fernbusse in alle Teile Argentiniens. Die Abfahrtszeiten sind meist abends/nachts. Geh am besten direkt zum Gleis oder Bahnsteig und verweile nicht auf dem Platz vor dem Bahnhof. Lass Kamera, I-Phone usw. in der Tasche.

 

Direkt neben dem Bahnhof liegt die „Villa 31“, das größte Armenviertel von Buenos Aires. Hier herrschen eigene Gesetze, Taxis fahren nicht in die Villa, die Polizei betritt sie nicht. Slums haben in Buenos Aires den Namen „Villa“ + eine Nummer. Bei Stadtteilen wie Villa Crespo oder Villa Urquiza handelt es sich also um „normale“ Viertel.

 

 

-        Bahnhof + Viertel Constitución: Seit kurzem ist die Plaza Constitución vor dem Bahnhof hell beleuchtet, was zu mehr Sicherheit verhelfen soll. Trotzdem gilt auch hier (vor allem nach Einbruch der Dunkelheit), sich nicht auf dem Platz aufzuhalten, sondern direkt zum Zug/zur U-Bahn zu gehen, am besten ein Taxi zu nehmen, um dorthin zu kommen, nicht allein durch die Straßen des Viertels zu laufen.

 

 

-        Stadtviertel La Boca: Sehr touristisch geht es auf dem 100 Meter langen „Caminito“ zu. Wo viele Touristen sind, steigt das Risiko von Trickdiebstählen, deswegen hier besonders gut auf persönliche Gegenstände Acht geben. La Boca zählt nicht zu den sichersten Vierteln, aber auch nicht zu den unsichersten. Es gibt dort kleinere Slums und Straßen/Ecken, die man meiden sollte. Wer diese Orte nicht genau kennt, sollte dort besser nicht zu Fuß unterwegs sein. Touristenattraktionen in La Boca sind der Caminito mit seinen umliegenden Museen, das Stadion von Boca Juniors (Bombonera) und die Usina del Arte, wo es tolle Konzerte und Ausstellungen gibt. Vom Stadtzentrum kannst du z.B. den Bus 64 nehmen, der direkt am Caminito eine Haltestelle hat. Den Caminito vor 18 Uhr besuchen, danach schließen die Läden und Restaurants.

 

 

-        Stadtviertel Once: Das Viertel ist ein riesiger Basar. Hier kann man günstig einkaufen – mit einem besonderen Auge auf seine Wertgegenstände. Once ist ein buntes Gewirr aus Menschen, Läden und Straßenständen. Die Artikel sind in Straßen aufgeteilt, so gibt es eine Textilienstraße, eine für Haushaltsgeräte, eine Kleiderstraße, eine Schuhstraße, eine Straße für Abendgarderobe und Hochzeitsbekleidung, eine für allerlei Ramsch usw. Daher lohnt es, sich vorher zu informieren, wo das Produkt verkauft wird, das man braucht. Once ist nicht nur ein Produktbasar, sondern auch ein Babel an jüdischen, koreanischen, peruanischen und armenischen Gemeinschaften. Laut und chaotisch geht es hier zu. Keine Wertsachen und übermäßig viel Bargeld mitnehmen, den Rucksack vorn am Körper tragen.

      Einige Überlandbusse fahren von der Plaza Miserere in Once ab, dort auch gut auf Wertsachen aufpassen (vor allem nach Einbruch der Dunkelheit).

 

Besuch von Fußballspielen in Buenos Aires

Vorsicht ist auch beim Besuch eines Fußballspiels geboten: Seit ein paar Jahren sind zwar die Fans der gegnerischen Mannschaft im Stadion nicht mehr zugelassen, wodurch der Besuch von Fußballspielen deutlich sicherer geworden ist. Trotzdem kommt es aber immer wieder zu Ausschreitungen, gerade beim Einlass bzw. Verlassen des Stations/Viertels.

Es wird empfohlen, Fußballspiele nur in Begleitung Ortskundiger zu besuchen. Es gibt auch Touranbieter für den Besuch eines Fußballspiels. Sich einer organisierten Tour anzuschließen macht vor allem Sinn, wenn du ein Spiel von Boca sehen willst, da es fast keine anderen Möglichkeiten gibt, an Karten ranzukommen.

Demonstrationen

In den Mails wurde ich auch zu den Demos befragt. Nun, es finden sehr viele Demonstrationen statt. Viele Menschen sind unzufrieden und leiden unter der aktuellen Regierung. Das tun sie lauthals kund. Die meisten Demonstrationen konzentrieren sich auf das Stadtzentrum, genauer auf die Avenida de Mayo zwischen Kongress und Plaza de Mayo. Wer die Demonstrationen meiden will, sollte also einfach diese Gegend umgehen. Manchmal kommt es zu gewalttätigen Ausschreitungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Oft gibt es Straßensperrungen und die Busse müssen eine andere Route nehmen. Das Auswärtige Amt rät dringend davon ab, Demonstrationen zu besuchen. Ich war bisher auf sehr vielen Demos – und werde auch zukünftig  hingehen – und habe mich nie unsicher gefühlt. Aber das muss jeder selbst entscheiden.

 

Reisen in Argentinien

Es gibt im ganzen Land keine Region, die ich aus Sicherheitsgründen nicht bereisen würde. In sehr einsamen Gegenden wie Patagonien oder touristisch weniger erschlossenen wie Catamarca empfiehlt es sich, nicht allein zu reisen. Aus dem einfachen Grund: Wenn du eine Autopanne hast oder in den Anden stürzt, dann kann es Tage dauern, bis du gefunden wirst. Wenn du überhaupt gefunden wirst…

 

Trekking in den Anden

In einigen Gebieten müssen Bergbesteigungen durch das Ministerium für Tourismus genehmigt werden und in Nationalparks muss man sich am Eingang registrieren. Halte dich an die Vorschriften, höre auf die Anweisungen der Behörden vor Ort. Wenn du unsicher bist oder wenig Bergerfahrung hast, dann schließ dich einer geführten Tour an. Die meisten Nationalparks in der Andenregion sind in den Wintermonaten geschlossen. Im November kann zum Teil noch sehr viel Schnee liegen, im April ist das Wetter schon recht unbeständig.

Und noch eine kleiner Tipp am Rande: Wenn du im Januar rund um El Chaltén wandern möchtest, dann reserviere deine Unterkunft unbedingt im Voraus. Der kleine Ort ist den Touristenmassen nicht gewachsen und platzt aus allen Nähten. Ohne Reservierung und ohne Zelt kann es da extrem schwierig werden, einen Schlafplatz zu finden.

 

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Vierundzwanzig Stunden in Argentinien, sieben Tage die Woche - ein Blog über das Reisen und den Alltag in einem viel zu großen Land. Inspiration und Tipps, Traumtänzerei, Wut, Glücklichsein, Suchen, gefunden werden. Geschichten, die das Leben möglich macht. Viel Spaß beim Schmökern und gute Reise!

 

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