Quebrada de Humahuaca – Argentiniens wilder Nordwesten

Die Quebrada de Humahuaca ist eine farbenfrohe Schlucht im Nordwesten von Argentinien. Sie liegt in der Provinz Jujuy und erstreckt sich über 150 Kilometer zwischen der Provinzhauptstadt Salvador de Jujuy und dem namensgebenden Städtchen Humahuaca. Im Jahr 2003 wurde sie von der UNESCO als Teil des Inka-Pfades zum Welterbe erklärt.

Lange Zeit galt sie als Geheimtipp, doch spätestens seit vor ein paar Jahren der Weg zum Berg der 14 Farben - Serranía de Hornocal - eröffnet wurde, ist es mit der Ruhe vorbei. Dennoch ist die Region im Vergleich zu anderen Gebieten in Argentinien noch nicht überlaufen und eine Reise definitiv Wert.

 

Serranía de Hornocal - Berg der 14 Farben in der Provinz Jujuy
Serranía de Hornocal - Berg der 14 Farben in der Provinz Jujuy

Quebrada de Humahuaca – traditionell andine Kultur

Jujuy (ausgesprochen: „chuchui“) ist die nordwestlichste Provinz Argentiniens. Sie grenzt im Norden an Bolivien, im Westen an Chile und im Süden & Osten an die Provinz Salta. Wer in den Nordwesten Argentiniens reist, wird in eine komplett andere Welt eintauchen. Die andine Kultur und Tradition lassen eher an Bolivien denken als an das restliche Argentinien. Das liegt an der Geschichte der Region, die enger mit den nördlichen Andenstaaten verbunden war, als z.B. mit der argentinischen Pampa.

 

Pachamama - im Einklang mit der Natur

Mehr als die Hälfte der Einwohner sind Mestizen oder Nachkommen verschiedener indigener Gruppen. Es wird vermutet, dass die heutige Provinz Jujuy bereits in vorchristlicher Zeit von den indigenen Omaguaca besiedelt wurde. Sie waren sesshaft und betrieben Landwirtschaft. Um 1200 wurden die Omaguaca in das Reich der Inka eingegliedert.

 

Die indigene Bevölkerung verehrt Pachamama, die personifizierte Mutter Erde. Ihr zu Ehren wird einmal im Jahr im Puna-Dorf San Antonio de los Cobres (Salta) das Fest „Fiesta Nacional de la Pachamama de los Pueblos Andinos“ zelebriert. August ist Pachamama-Monat. In den vier Wochen gibt es zahlreiche rituelle Feierlichkeiten, bei denen Pachamama gedankt wird. Diese finden häufig privat im Kreise der Familie statt. An anderen Festen wiederum können Besucher teilnehmen.

In Humahuaca und Tilcara wird dem Pachama-Kult beim berühmten Karneval jährlich feierlich-ausgelassen Leben eingehaucht. Das Fest hat sich mittlerweile zu einem wahren Touristenspektakel entwickelt.

 

Farbenfrohe Berge prägen die Quebrada de Humahuaca

Die Quebrada liegt auf mehr als 2000 Metern über dem Meeresspiegel und ist umgeben von imposanten Gebirgsketten, die in den buntesten Farben leuchten. Die Höhenlage und das trockene Klima lassen die Region karg wirken, außer Kakteen wächst nicht viel. Das tut der Schönheit der Landschaft aber keinen Abbruch. Die Berge sind zum Teil aus Sandstein und durch Erosion stark zerklüftet, was zu bizarren und abwechslungsreichen Gesteinsstrukturen führt. Durch die Schlucht mäandert der Río Grande, an dessen fruchtbarem Ufer Landwirtschaft betrieben wird. Das Grün stellt einen wunderbaren Kontrast zu den bunten Bergen und dem blauen Himmel dar.

 

Quebrada de Humahuaca, Jujuy
Quebrada de Humahuaca, Jujuy

Nordwest Argentinien kulinarisch – ein Hoch auf den Mais

Was man sich kulinarisch bei einer Reise in Nordwesten auf keinen Fall entgehen lassen sollte, sind Empanadas (gefüllte Teigtaschen). Sie schmecken hier ganz anders als im restlichen Argentinien und sind lecker gewürzt. Zu den traditionellen Gerichten der Region gehören außerdem Humitas und Tamales. Sie bestehen hauptsächlich aus Maismehlbrei mit Fleisch, Käse oder Gemüse, gehüllt in ein Maisblatt. Ein typischer Eintopf ist Locro, der in den kalten Nächten wunderbar wärmt. Locro besteht aus Mais, Gemüse und Fleisch (traditionell Schwein, aber es gibt auch Varianten mit Rind, Lamm oder Lama). Eine vegetarische Alternative ist z.B. ein leckerer Quinoa-Gemüse-Eintopf. Das Ganze genießt man in den urigen Restaurants bei einer Peña (Live Folklore-Musik) – herrlich!

 

Quebrada de Humahuaca mit dem eigenen Fahrzeug

Um die Schlucht zu erkunden, mietet man sich am besten ein Auto. Touren in die Region werden zwar vor allem von Salta aus angeboten, doch mit dem eigenen Fahrzeug kann man individuell anhalten, wo es einem gefällt. Und das macht mitunter den Reiz der Region aus.

Der landschaftlich schönste Weg von Salta Stadt führt über den Pass „Camino de Cornisa“ (RN 9) durch immergrünen Nebelwald nach Salvador de Jujuy und von dort immer der Ruta Nacional 9 folgend in die Schlucht. Die RN 9 ist durchgehend asphaltiert und in gutem Zustand.

 

Beste Reisezeit für die Quebrada de Humahuaca

Grundsätzlich kann die Quebrada de Humahuaca das ganze Jahr über besucht werden.

Regenzeit ist von Dezember bis März. In diesen Monaten ist damit zu rechnen, dass einige Straßen (vor allem Erd- und Schotterstraßen) wegen Überschwemmungen gesperrt sind. Die RN 9 ist in der Regel befahrbar. Die Tage sind im Sommer sehr warm, nachts wird es ganzjährig kalt.

Eine gute Wahl sind die Monate April und Mai. Dann ist es meist trocken mit viel Sonnenschein und einem angenehmen Klima tagsüber.

In einem weiteren Artikel (bald online) stelle ich dir die Orte und Sehenswürdigkeiten in der Schlucht vor.

 

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