Klassische Argentinien Rundreise 3 Wochen

Von tropischen Regenwäldern bis hin zu Gletschern – Argentinien ist abwechslungsreich und faszinierend. Die große kulturelle und landschaftliche Vielfalt macht es zu einem wunderbaren Reiseland.

Wer nur wenig Zeit hat, sollte zumindest die Reiseroute vorher möglichst genau planen, um vor Ort keine Zeit damit zu verlieren. Vom ursprünglichen Plan abweichen kannst Du dann immer noch. Die hier vorgeschlagene Reise deckt die touristischen Highlights des Landes ab und eignet sich ideal, wenn du zum ersten Mal nach Argentinien reist und einen ersten Überblick über den Facettenreichtum gewinnen möchtest.

Argentinien Rundreise: 3 Wochen, 4 Welten

Mit diesem Reisevorschlag kannst Du in drei Wochen vier Welten (Buenos Aires, Patagonien mit Feuerland, die Puna, den subtropischen Regenwald) erleben. Für ein straffes, starres Programm sind Reiseveranstalter zuständig. Ich gebe Dir lediglich Empfehlungen an die Hand und stelle Dir Orte vor, die für mich die Vielfalt Argentiniens am besten repräsentieren. Daraus kannst Du dann Deine eigene, ganz individuelle Wunschreise basteln.

 

Diese klassische Argentinien Rundreise umfasst:

  • Buenos Aires
  • Ushuaia (Feuerland)
  • El Calafate & El Chaltén (Patagonien)
  • Provinzen Salta & Jujuy (Nordwesten)
  • Wasserfälle von Iguazú

Wie viel Zeit solltest Du für die Argentinien Reise einplanen?

Zu viel Zeit gibt es nicht. Hast Du 1 Jahr Zeit und die nötige Neugier im Gepäck, umso besser. Das ist aber wahrscheinlich bei den wenigsten der Fall.

Ich werde häufig gefragt, ob 2 Wochen ausreichen. „Ausreichen“, was heißt das schon? Letzten Endes kommt es darauf an, was und wie intensiv Du im Land (er-) leben möchtest und kannst. Doch 2 Wochen, das ist für ein so großes Land sehr knapp bemessen, schon allein wegen des langen Fluges (13 Stunden 40 im Falle eines Direktfluges Frankfurt-Buenos Aires).

Daher stelle ich Dir hier eine ca. 3-wöchige Rundreise vor, was ich persönlich immer noch zu kurz finde.

Mein Reisevorschlag ist flexibel und individuell verlängerbar, weswegen die Zeitangaben auch nur vage sind und sich lediglich im Groben an einem Rahmen von 3 Wochen orientieren. Der genaue Plan hängt auch von den Flugzeiten ab.

 

Lohnt es sich überhaupt, die Klassiker zu bereisen?

Auch das ist eine Frage, die mir häufig gestellt wird. Klassiker bedeutet Touristenströme, was wiederum bedeutet, das Land nicht authentisch erfahren zu können. So zumindest in den Köpfen vieler Individualisten, die sich nur Off the Beaten Path bewegen möchten und die schönsten Begebenheiten und Landschaften nicht teilen wollen, sondern für sich allein beanspruchen.

Die touristischen Highlights eines Landes sind natürlich alles andere als Geheimtipps. Und ja, es kann dem Naturerlebnis Abbruch tun, wenn man sich zwischen Selfie-Sticks zum Geländer vorhangeln muss, um den Perito Moreno Gletscher in seiner ganzen Pracht zu erleben. Ihm deswegen keinen Besuch abzustatten, ist für mich auch keine Lösung. Denn klassische Highlights sind eben nicht nur überlaufen, sie sind auch das: grandios, monumental, atemberaubend, berauschend, unvergesslich.

 

Wer einmal seine eigene Stimme nicht mehr hörte, weil sie vom Rauschen der Iguazú-Wasserfälle übertönt wurde, oder sich irrsinnig klein und nichtig fühlte, weil die majestätische Fragilität einer 70 Meter hohen Gletscherwand vom Unsinn der Ewigkeitsgedanken erzählt, der wird sich glücklich schätzen, eben jenen Klassikern Zeit gewidmet zu haben.

Noch deutlicher: JA, JA, JA! Es lohnt sich!

 

Mit mehr Zeit oder bei späteren Reisen kannst Du Dich von diesen Hotspots abwenden und entdecken, welche Geheimnisse hinter den ausgetrampelten Pfaden auf Dich warten. Auch das sind natürlich eine ganze Menge, viel zu viele für ein Leben.

 

Noch einmal zurück zur Authentizität: Authentisch ist alles, was sich nicht bei Netflix oder Instagram abspielt. Authentisch ist sowohl die einsame Grasweite der Pampa als auch das völlig überlaufene Chaltén oder eine gut besuchte Tango-Show in Buenos Aires. Es ist alles ein Stück Argentinien, nur jedes Mal anders erzählt.

Los geht's mit der klassischen Argentinien Rundreise:

1. Buenos Aires, Argentinies pulsierende Hauptstadt

Willkommen in der argentinischen Hauptstadt! Hier beginnt Dein Argentinien-Abenteuer. Buenos Aires ist prima dafür geeignet, auf eigene Faust erkundet zu werden. Ob Du es gemütlich in einem der vielen Straßencafés wie den nostalgischen Bares Notables angehen lässt, Dich direkt den Sehenswürdigkeiten widmest, oder Dich ins aufregende Nachtleben stürzen möchtest – die Metropole bietet für jeden die passende Aktivität. Schöne Stadtteile zum Übernachten in zentraler Lage und mit guter Anbindung an die Öffentlichen sind z.B. Palermo, Recoleta oder San Telmo.

Wenn du zum ersten Mal in Buenos Aires bist, hier ein paar Tipps und typische Orte, die sehenswert sind:

 

  • Zentrum rund um den Hauptplatz Plaza de Mayo mit der Fußgängerzone Florida (hier u.a. Galería & Aussichtspunkt Güemes), dem Obelisk und dem Opernhaus Colón
  • Ebenfalls im zentralen Stadtteil Montserrat: das Kongress-Gebäude und der Palacio Barolo, einer der wenigen Aussichtspunkte der Stadt mit interessanter Geschichte (Infos zu Führungen gibt’s hier)
  • Das moderne Buenos Aires im ehemaligen Hafenviertel Puerto Madero mit der Reserva Ecológica Sur
  • Plaza Dorrego (hier wird oft Tango getanzt), die alte Markthalle und die Antiquitätenläden von San Telmo, sonntags lohnt sich ein Besuch des Marktes in der Defensa-Straße
  • Caminito in La Boca mit seinen bunten Häusern, Stadion „Bombonera“ von Boca Juniors
  • Die riesigen Parkanlagen des Parks Tres de Febrero (Stadtteil Palermo) mit dem Rosengarten, Botanischen Garten & dem Japanischen Garten
  • Der traditionell folkoristische Sonntags-Markt (Feria) im Stadtteil Mataderos
  • Besuch einer Tango-Show (inkl. Tango-Unterricht & Dinner): Hier muss Dir bewusst sein, dass es sich tatsächlich um eine Show, eine Art Tango-Theater für Touristen handelt, was aber nicht bedeutet, dass es eine schlechte Wahl ist. Eine gute Tango-Show in schönem Ambiente mit leckerem Essen bietet z.B. La Ventana in San Telmo.
  • Besuch einer Milonga (Tango-Tanzveranstaltung), z.B. in der Catedral. Im Gegensatz zu einer Tango-Show hast Du hier nicht den inszenierten Charakter, denn bei einer Milonga treffen sich einfach Menschen, die gerne Tango tanzen, Unterricht ist ebenfalls möglich.

Buenos Aires bietet natürlich außer diesen klassischen Sehenswürdigkeiten noch viel mehr, es handelt sich wie gesagt nur um ein paar Empfehlungen.

 

Beliebte Tagesausflüge von Buenos Aires sind:

2. Das (vermeintliche) Ende der Welt: Ushuaia, Feuerland

Der Flug von Buenos Aires nach Ushuaia dauert ca. 3,5 Stunden und bereits der Landeanflug ist spektakulär. Aus der Vogelperspektive wirst Du sehen, dass Feuerland ein ungeschliffener Diamant ist mit vielen versteckten Lagunen und weglosen Bergen. Ushuaia liegt direkt am Beagle Kanal.

Hier am Ende der Welt hast du die Qual der Wahl zwischen folgenden Aktivitäten:

  • Bootsfahrt auf dem Beagle Kanal
  • Fahrt mit der südlichsten Eisenbahn der Welt, dem Tren del Fin del Mundo
  • Besuch des Feuerland Nationalparks mit schönen Buchten, dem südlichsten Postamt der Welt (dort gibt’s den Ende der Welt Stempel für den Reisepass), Biberbauten, der Lapataia Bucht (wo die Panamericana endet bzw. beginnt) und vielen attraktiven Sportmöglichkeiten (wandern, paddeln usw.)
  • Besuch der Estancia Haberton mit Pinguin-Insel Martillo
  • Wanderung zur Laguna Esmeralda
  • Wanderung auf den Hausberg zum Martial Gletscher

Auch hier handelt es sich natürlich nur um eine kleine Auswahl.

 

3. Patagonien erleben: El Calafate & El Chaltén

A) El Calafate: den Gletschern ganz nah

Die Flugzeit von Ushuaia nach El Calafate beträgt ca. 1 Stunde. In Calafate steht ganz klar der Perito Moreno Gletscher auf dem Programm. Weitere Tipps und Aktivitäten findest Du in meinem Calafate Artikel.

 

B) El Chaltén: Argentiniens Trekking-Hauptstadt

Die Fahrt mit dem öffentlichen Bus von Calafate nach Chaltén dauert ca. 3 Stunden. In dem kleinen Bergsteigerdorf angekommen, kannst Du Dich auf dem Weg zu den Aussichtspunkten Cóndor und Águila warm laufen, bevor Du Dich am nächsten Tag aufmachst zur Laguna de los Tres. Eine ausführliche Beschreibung aller Tageswanderungen findest Du in meinem El Chaltén Artikel. Wenn das Wetter mitspielt und Du wenig Zeit hast, würde ich am 1. Tag zur Laguna de los Tres wandern und am 2. auf den Loma del Pliegue Tumbado, so bist Du einmal dem Fitz Roy ganz nah und genießt am anderen Tag ein wundervolles Panorama über das patagonische Inlandeis, Cerro Torre und Fitz Roy Massiv. Willst Du der Region mehr Zeit widmen, findest Du in diesem Artikel weitere schöne Wandervorschläge.

 

C) Alternativ / zusätzlich: Torres del Paine, Chile

Wenn du noch mehr Zeit hast oder nicht nach Chaltén möchtest, bietet sich von Calafate auch ein Abstecher nach Puerto Natales in Chile wunderbar an. Der pittoreske Ort am Fjord der letzten Hoffnung ist Ausgangspunkt für Tagestouren oder mehrtägige Wanderungen in den beliebten Torres del Paine Nationalpark.

 

4. Der wilde Nordwesten: Provinzen Salta & Jujuy

Mit einem Zwischenstopp in Buenos Aires geht es weiter nach Salta. La Linda – die Kolonialstadt im Nordwesten Argentiniens trägt ihre Schönheit bereits im Namen. Im Nordwesten tauchst Du landschaftlich und kulturell in eine komplett andere Welt ein. Die Region hat extrem viel zu bieten. Am besten erkundest Du die Gegend mit einem Mietauto.

 

Hier bieten sich insbesondere 2 Routen an:

 

a) die Gegend südlich von Salta

Die Route verbindet Salta mit den schönen Dörfern Cachi und Cafayate, in denen sich jeweils eine Übernachtung anbietet. Du fährst ein Teilstück auf der legendären Ruta 40, der Traumstraße aller Road-Abenteurer. Die Tour bietet zahlreiche lohnenswerte Abstecher, z.B.

  • den Kaktus-Nationalpark Los Cardones mit seinen 12 m hohen Kakteen
  • das wichtigste Weinbaugebiet Argentinies nach Mendoza, einer Weinverkostung in einer Bodega steht also nichts im Wege
  • die spektakuläre Quebrada de las Conchas, eine Schlucht aus rotem Sandstein, bizarren Felsformationen und fotogenen Aussichtspunkten

b) Schluchten & Puna-Hochebene in der Provinz Jujuy

Im Norden von Salta, in der Provinz Jujuy, liegt das absolut sehenswürdige Städtchen Purmamarca (2200 m ü.M.) mit seinem bunten Markttreiben und dem Berg der Sieben Farben.

Von hier kannst Du tolle Tagesausflüge mit dem Auto machen, z.B. über die Serpentinen der Cuesta de Lipán zu den Salinas Grandes, einer riesigen Salzwüste, durch welche die Straße direkt hindurchführt.

Durch die bunte Welt der Puna-Hochebene, vorbei an vielen Vicuñas kannst Du die surreale Welt des Paso de Jama bis zur chilenischen Grenze genießen und hier entweder umkehren oder – wenn die Zeit reicht – ein paar Tage in der chilenischen Atacama-Wüste anhängen.

 

Von Purmamarca in nördlicher Richtung bis zur bolivianischen Grenze erstreckt sich die Quebrada de Humahuaca, eine wunderschöne Schlucht mit bunten Felsen und malerischen Dörfern. Pflicht ist ein Halt am Aussichtspunkt der Serranias del Hornocal auf 4700 m Höhe, denn die bunte Bergformation gilt als eine der beeindruckendsten der gesamten Region.

 

Achtung: Die jeweiligen Tagesetappen sind sehr lang und führen bisweilen auf eine Höhe von fast 5000 Metern über dem Meeresspiegel. Bei Symptomen der Höhenkrankheit "Soroche" wie Kopfschmerzen, Schwindel, Atemnot, Übelkeit oder Appetitverlust solltest Du unbedingt Pause machen und Dich nicht viel bewegen. Verschwinden die Symptome nach einem Tag nicht, dann mach Dich schleunigst auf den Rückweg. Auf unter 1000 Metern sollte es Dir wieder besser gehen, sonst musst Du unbedingt einen Arzt aufsuchen.

 

5. Der subtropische Nordosten: Cataratas del Iguazú

Der Flug von Salta nach Puerto Iguazú dauert ca. 2 Stunden. Du lässt die Puna Hochebene hinter Dir und landest im subtropischen Nordosten, in der Provinz Misiones. Für die Iguazú Wasserfälle solltest du 2 komplette Tage einplanen, denn so kannst du sie sowohl von der brasilianischen als auch von der argentinischen Seite bestaunen.

Die brasilianische Seite bietet einen wunderschönen Überblick, auf argentinischer Seite warten Spazierwege auf dich, die dich nah an die Wasserfälle heranbringen. Besonders beeindruckend ist die Garganta del Diablo, der Teufelsschlund. Hier stürzen die Wassermassen über 70 Meter in die Tiefe.

 

Vom argentinischen Puerto Iguazú geht es über Buenos Aires zurück nach Deutschland. Alternativ kannst du auch von Foz do Iguaçu (Brasilien) nach Rio de Janeiro oder Sao Paulo fliegen und von dort weiter nach Hause.

 

Der Reiseverlauf im Überblick:

  • Tag 1: Transatlantikflug, Ankunft in Buenos Aires
  • Tag 2: Buenos Aires
  • Tag 3: Buenos Aires / Tigre / Colonia
  • Tag 4: Flug Buenos Aires – Ushuaia
  • Tag 5: Ushuaia (z.B. Estancia Haberton)
  • Tag 6: Ushuaia (z.B. Feuerland Nationalpark)
  • Tag 7: Flug Ushuaia – Calafate
  • Tag 8: Calafate, Perito Moreno Gletscher
  • Tag 9: Fahrt Calafate – Chaltén
  • Tag 10: Chaltén (z.B. Wanderung Laguna de los Tres)
  • Tag 11: Chaltén (z.B. Wanderung Loma del Pliegue Tumbado)
  • Tag 12: Fahrt Chaltén – Calafate, Flug nach Salta
  • Tag 13, 14 & 15: Mit dem Mietwagen durch Salta und Jujuy
  • Tag 16: Rückkehr nach Salta
  • Tag 17: Flug Salta – Puerto Iguazú
  • Tag 18: Iguazú, brasilianische Seite
  • Tag 19: Iguazú, argentinische Seite
  • Tag 20: Flug Iguazú – Buenos Aires
  • Tag 21: Transatlantikflug Buenos Aires – Frankfurt

Salinas Grandes
Salinas Grandes

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